Brenscheidt, Frank: Schichtarbeit gesund organisieren (aus Beamten-Magazin 01/2018)

Schichtarbeit gesund organisieren

von Frank Brenscheidt, Arbeitszeitexperte in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Die Organisation der Arbeit im Nacht- und Schichtdienst stellt unter gesundheitlichen und sozialen Aspekten besondere Gestaltungsanforderungen. Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen ist seit langem bekannt, dass diese Arbeitszeitformen für die Beschäftigten ein gesundheitliches Risiko darstellen können. Nur ein gut organisierter Schichtplan minimiert die gesundheitlichen Risiken bei den MitarbeiterInnen und macht den reibungslosen Ablauf im Betrieb möglich. Der Plan sollte ergonomisch sein, also die gesundheitlichen und natürlichen Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt stellen. Und er muss laut gesetzlicher Regelung nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltet sein. Die Handlungsempfehlungen für die gesunde Organisation von Schichtarbeit gehen von einer Passung von Arbeit und Personal aus. Bei einer Personalunterdeckung funktioniert der beste Schichtplan nicht.

Einer der wichtigsten Aspekte zur Beurteilung der Belastung ist die Länge der Wochenarbeitszeit. Bei Arbeitszeiten von 40 und mehr Stunden ist vielfach die Zeit für die Erholung der Beschäftigten zu kurz. Auch lassen sich dann nur bedingt ergonomische Schichtpläne gestalten. Grundsätzlich gilt, dass die Kriterien zur Verringerung des gesundheitlichen Risikos Vorrang haben müssen. Schichten mit langen Arbeitszeiten und gleichzeitig hoher Arbeitsbelastung sollten vermieden werden und die Ruhezeiten zwischen den Schichten so lang sein, dass sie eine effektive Erholung ermöglichen.

Quelle: Beamten-Magazin 01/2018

 

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