Wagner, Karl: Wegweisender Entwurf der Nordländer (aus Beamten-Magazin 09/2008)

Wegweisender Entwurf der Nordländer

Vorsitzender der Fachhochschulrektoren, Karl Wagner, für den öffentlichen Dienst über künftige Ausbildung

Bachelor, Master, Modularisierung, Credit points, diese Begriffe, die die aktuelle Diskussion in der bundesdeutschen Hochschullandschaft prägen, sind mittlerweile auch in den Fachhochschulen für den öffentlichen Dienst (FHöD) selbstverständlich geworden. Diese Entwicklung wurde ausgelöst durch die Erklärung von Bologna 1999 und beinhaltet u.a., dass bis 2010 alle Diplom- und Magisterstudiengänge sukzessive durch ein System gestufter Bachelor- und Masterstudiengänge ersetzt werden sollen. Die Rektorenkonferenz der FHöD ist der Überzeugung, dass sich die FHöD als Teil der bundesdeutschen Hochschullandschaft nicht von aktuellen Entwicklungen und insbesondere nicht von hochschuladäquaten Qualitätsstandards abkoppeln dürfen. Da die Einführung gestufter Bachelor- und Masterstudiengänge zwingend eine Akkreditierung durch eine anerkannte Akkreditierungsagentur voraussetzt, beinhaltet dies auch eine externe Qualitätskontrolle und Zertifizierung entsprechend den allgemeinen Hochschulstandards. Dementsprechend haben wir uns bereits seit 2003 für „den Weg nach Bologna“ ausgesprochen. Wichtig ist uns dabei, für eine möglichst bundeseinheitliche Einführung gestufter Studiengänge zu werben, um der Entstehung eines länderspezifischen „Flickenteppichs“ entgegenzuwirken. Aufgrund der Änderung der Gesetzgebungskompetenzen zwischen Bund und Ländern im Bereich des öffentlichen Dienstrechts und der nachfolgenden Gesetzgebungsaktivitäten sehen die FHöD allerdings eben diese Gefahr, dass insbesondere im Bereich des Laufbahnrechtes eine Einheitlichkeit nicht mehr gewahrt werden kann. Dies hätte fatale Folgen gerade auch für die gegenseitige Anerkennung der Studienabschlüsse. Die FHöD haben daher mit großem Interesse den Musterentwurf der fünf norddeutschen Küstenländer zur Neuregelung des Beamtenrechtes zur Kenntnis genommen, der in diesem Punkt eine gegenseitige Anerkennungsfähigkeit zwingend vorschreibt. Auch in weiterer Hinsicht ist der Musterentwurf aus Sicht der Rektorenkonferenz der FHöD richtungsweisend. Die Beschränkung auf zukünftig zwei Laufbahngruppen, Bachelor- und Masterabschlüsse als Standard der Laufbahngruppe 2 und das Prinzip der beruflichen Weiterentwicklung durch begleitende Qualifizierung beinhaltet eine wegweisende, zukunftsorientierte Weiterentwicklung auch der Beamtenausbildung.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 09/2008

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