Marker, Hans-Jürgen: Gesundheit erhalten und fördern (aus Beamten-Magazin 11/2007)

Hans-Jürgen Marker, GdP, über die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements

Gesundheit erhalten und fördern

Die Bundesgeschäftsstelle der Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den nächsten drei Jahren für die Polizei im Bund und in den Ländern ein Rahmenkonzept zur betrieblichen Gesundheitsförderung zu erstellen. Hans-Jürgen Marker leitet das Projekt. Er beschäftigt sich seit 15 Jahren mit dem Thema.

Ein Rahmenkonzept zur betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) für die Polizei ist kein leichtes Unterfangen, zumal für beamtete Beschäftigte andere Gesundheitssysteme greifen als für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die betriebliche Gesundheitsförderung ist streng von den Aufgaben des Arbeitgebers nach dem Arbeitsschutzgesetz zu trennen. Für eine gemeinsame Plattform, also die Vereinigung beider Systeme des Gesundheitsschutzes bedarf es eines Gesundheitsmanagementsystems, wie es derzeit als Vereinbarung zwischen dem DGB und dem BMI verhandelt wird.

In den meisten Polizeidienststellen findet betriebliche Gesundheitsförderung nicht statt. Sogar die obligatorischen Gefährdungsbeurteilungen nach dem Arbeitsschutzgesetz sind nur bei etwa 80 Prozent der Dienststellen erstellt. Aber es gibt auch gute Ansätze wie z. B. in Rheinland-Pfalz und in Berlin. Während in der Pfälzer Polizei durch die GdP u. a. Seminare zur Stress- und Konfliktbewältigung und Gesundheitssport mit innenministeriellem Segen angeboten werden, verfügt Berlin über ein „BGF-Managementsystem“ nebst Durchführungsbestimmungen. Dieses seit 2006 in einer Dienstvereinbarung verankerte Projekt sieht die systematische Durchführung aller Einzelmaßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung sowie die Integration von Verhältnis- und Verhaltensprävention vor. Diese Dienstvereinbarung enthält sogar Finanzierungsregelungen.

Die GdP sieht sich auf einem guten Weg und ist sich der Unterstützung ihrer Mitglieder sicher, denn betriebliche Gesundheitsförderung ist neben dem Arbeits- und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ein unverzichtbares Element zur dauerhaften und wirksamen Erhaltung der Gesundheit aller Beschäftigten.

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 11/2007

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