Ausgabe 2011/06: Deutscher Personalräte-Preis 2012


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Deutscher Personalräte-Preis 2012

Zeitschrift „Der Personalrat" zeichnet wieder innovative Personalratsarbeit aus

Im kommenden Jahr lobt die Zeitschrift „Der Personalrat" erneut den Deutschen Personalräte-Preis aus. Unter dem Motto „Beispielhafte Personalratsarbeit in Bund, Ländern und Kommunen" sollen Initiativen und Projekte aus den Jahren 2010 bis 2012 ausgezeichnet und gewürdigt werden. Ziel des Preises ist es, das Engagement von Personalräten gesellschaftlich stärker in den Vordergrund zu rücken und ihren innovativen Beitrag herauszustellen.

Initiator des zum zweiten Mal ausgelobten Deutschen Personalräte-Preises ist der Bund-Verlag mit seiner Zeitschrift „Der Personalrat". Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist Partner des Preises. Auch die HUK-COBURG, eine Selbsthilfeeinrichtung des öffentlichen Dienstes, engagiert sich als Partner für die Auszeichnung und stiftet wieder einen Sonderpreis. „Die überaus positiven Erfahrungen mit dem in 2010 erstmals verliehenen Deutschen Personalräte-Preis haben uns die Entscheidung leicht gemacht, den Preis erneut auszuloben", erklärte der Geschäftsführer des Bund-Verlages Rainer Jöde. „Wir sind überzeugt, der Preis war längst überfällig."

Wertschätzung und Anerkennung für die Preisträger

„Es ist höchste Zeit", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock bei der ersten Verleihung des Deutschen Personalräte-Preises im vergangenen Jahr. Der Preis honoriert das Engagement von Personalräten und soll andere Personalvertretungen dazu motivieren, sich innovativ und kreativ für die Interessen der Beschäftigten einzusetzen. Das richtige Ambiente für diese besondere Ehrung
bot das Schöneberger Forum, die traditionelle beamtenpolitische Jahrestagung des DGB in Berlin. Die Laudatio der Vize-Chefin des DGB zeugte von Wertschätzung und Anerkennung, Respekt und Dank für alle Projekte, die eingereicht worden waren. 59 Personalräte hatten sich mit ihren Vorschlägen um den ersten Personalräte-Preis beworben.

Eine zehnköpfige Jury nominierte zwölf Projekte für die nicht dotierten Preise in Gold, Silber und Bronze sowie die Sonderpreise der HUK-COBURG und der DGB-Jugend. Sehrbrock betonte bei der Preisverleihung: „Je stärker die Belastung für die Beschäftigten wächst, desto wichtiger werden Personalräte."

Engagement zahlt sich aus, …

… im doppelten Sinne. Deswegen konnte Irene Pasternak für den Hauptpersonalrat (HPR) Gesamtschulen beim Schulministerium in Nordrhein-Westfalen den Preis in Gold entgegennehmen. Mit kluger Strategie und beharrlichem Einsatz hatte der HPR dafür gesorgt, dass sich die Entgeltlücke zwischen verbeamteten und angestellten Lehrkräften, die sich mit dem Übergang vom Bundesangestelltentarifvertrag BAT auf den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) erheblich vergrößert hatte, wieder ein Stück schloss.

Was heißt da leistungsgemindert?

Wer bei der Stadtreinigung arbeitet, hat einen harten Job. Viele Fehlzeiten, Verschleiß und Leistungsminderungen sind keine Seltenheit. Der Personalrat der Berliner Stadtreinigung sorgte dafür, dass Arbeitsplätze für Menschen, die nur noch eingeschränkt leistungsfähig sind, geschaffen und ausgelagerte Tätigkeiten zurückgeholt wurden. Zur Ehrung gab es den Personalräte-Preis in Silber. „Uns war es wichtig, auch leistungsgeminderten Kollegen Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen", betonten der Personalratsvorsitzende Uwe Lommatzsch und der Vertrauensmann der Schwerbehinderten, Andre Steffen.

„Eines der dicksten Bretter, …

… die ich je gebohrt habe", bekannte Bernd Becker vom Hauptpersonalrat Polizei beim Innenministerium in Rheinland-Pfalz, als er den Personalräte-Preis in Bronze entgegennahm. Seit 2003 hatte sich der HPR für ein verbindliches Gesundheitsmanagement bei der Polizei des Landes eingesetzt. Denn der
demografische Wandel und die Verlängerung der Lebensarbeitszeit fordern ihren Tribut. Die enge Kooperation mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und der lange Atem der Interessenvertretung überzeugten auch die Jury.

Schwanger im Berufsleben – ein Störfaktor?

Das fragte der Gesamtpersonalrat (GPR) beim Magistrat der Seestadt Bremerhaven, als er realisierte, wie wenig Vorgesetzte, personalführende Stellen, Personalräte und selbst Frauenbeauftragte über die Schutzrechte von schwangeren und stillenden Frauen wussten. Kein Wunder, dass die Schwangerschaft einer Beschäftigten eher als Problem denn als freudiges Ereignis aufgefasst wurde. „Die Schwangeren sollten sich wohlfühlen und nicht krank ausfallen", so beschrieb Gesamtpersonalrätin Ingrid Sandhop, die das Projekt ins Rollen gebracht hatte, die Ziele. Die Initiative wurde mit dem Sonderpreis der HUK-COBURG gewürdigt.

Von Wahlmüdigkeit keine Spur

Im Frühjahr 2010 konnten bei der Bundesnetzagentur 110 Azubis eine neue Jugend- und Auszubildendenvertretung wählen. Der Gesamtpersonalrat (GPR) regte an, die Wahl mit einem Bildungsprojekt zu verbinden. Die Azubis sollten sich mit „Wahlen als Grundelement der Demokratie" auseinandersetzen. Sie wurden mit der Vorbereitung und Durchführung der Abstimmung betraut. Der Erfolg war praktisch erfahrbar: Fast jeder dritte Azubi kandidierte. Und die Wahlbeteiligung lag bei über 90 Prozent. „Es hat Spaß gemacht", sagte der stellvertretende GPR-Vorsitzende Jan-Jörg Bachmann, der für dieses Projekt den Sonderpreis der DGB-Jugend in Empfang nahm.

Weitere Informationen

„Die 2010 ausgezeichneten Projekte sollen Ansporn für Personalvertretungen sein, sich am Deutschen Personalräte-Preis 2012 zu beteiligen", so der Geschäftsführer des Bund-Verlages, Rainer Jöde. Personalräte können sich ab sofort mit ihren Projekten bewerben. Einsendeschluss ist der 31. Mai 2012.

Weitere Informationen und den Teilnahmebogen finden Sie im Internet unter www.DPRP.de

Quelle: Beamten-Magazin 06/2011

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