Ausgabe 2007/04: Innovation ist mehr als Hightech


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Innovation ist mehr als Hightech

Moderne Verwaltungen sollen die Zukunft Deutschlands sichern

Das Bundeskabinett hat am 28. Februar den Umsetzungsplan 2007 zum Regierungsprogramm „Zukunftsorientierte Verwaltung durch Innovationen" einschließlich des Programms E-Government 2.0 beschlossen. Der Plan konkretisiert in 57 Modellprojekten die Gesamtstrategie der großen Koalition zur Modernisierung der Bundesverwaltung, die das Kabinett am 13. September 2006
beschlossen hat. DGB und Gewerkschaften begleiten das Modernisierungsprogramm in regelmäßigen Gesprächen mit dem  Bundesinnenministerium (BMI).

In den Handlungsfeldern Personal, Steuerung, Organisation, E-Government und Internationale Kooperationsfähigkeit sollen die geplanten Maßnahmen ansetzen.

Zielsetzung der Bundesregierung

Die Entscheidungsträger in den Ressorts und Behörden sollen Innovationspotentiale erschließen, um die Effizienz und die Effektivität des Verwaltungshandelns zu steigern und zur Haushaltskonsolidierung beizutragen. Die Bundesregierung hat sich folgende Ziele gesetzt:
- Abbau von Bürokratie und vermeidbaren Verwaltungsprozessen
- Beschränkung der Verwaltung auf Kernaufgaben und Etablierung neuer Kooperationsformen mit der Wirtschaft
- Bessere behördenübergreifende Zusammenarbeit und ergebnisorientierte und effiziente Prozesse durch strategische Steuerung
- Bessere Nutzung moderner Technik

Schlüsselrolle für E-Government

Auf die Modernisierung der Verwaltung durch E-Government legt die Bundesregierung einen Schwerpunkt. Mit Hilfe innovativer  IT-gestützter staatlicher Zusammenarbeit sollen Bürokratiekosten innerhalb der Verwaltung als auch bei den Bürgerinnen und Bürgern reduziert werden. Von der elektronischen Verwaltung erwartet die Bundesregierung einen Beitrag zur Konsolidierung der Staatsfinanzen und zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit des Staates. Der bedarfsgerechte Einsatz von Informationstechnik soll „Bürokratie in der Verwaltung" beseitigen.

Koordination und Vernetzung der Projekte

Die im Umsetzungsplan 2007 beschriebenen Projekte haben Modellcharakter. An welchem der Projekte die Ressorts teilnehmen,  entscheiden diese selbst. Später soll geprüft werden, ob sich die Instrumente und Methoden auf andere Ressorts übertragen lassen. Stärker als in der Vergangenheit soll dem Zusammenwirken von Personal, Organisation, Steuerung und Einsatz neuer Technologien Beachtung geschenkt werden.

Innovation ist nicht nur High-Tech

Die geplanten Maßnahmen des Regierungsprogramms sind von unterschiedlicher Qualität:Wo es – wie etwa beim Mitarbeiterportal  OfficeNet – darum geht, die tägliche Informationsflut zu strukturieren und zu beherrschen, sind die Projekte ohne jede Einschränkung begrüßenswert.

Bei anderen muss nachgehakt werden: Trägt eine Erhöhung der Telearbeitsplätze tatsächlich dazu bei, Erwerbs- und Familienarbeit besser miteinander zu vereinbaren? Wie sind die Erfahrungen der Telearbeiter/innen in der Bundesverwaltung? Nicht von ungefähr dürfte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in ihrer Broschüre für  gesundheitsverträgliche Telearbeit die Frage nach den Betreuungsmöglichkeiten der Kinder während der Arbeitszeit gestellt haben.

Modernisieren durch Versuch und Irrtum

Wenn aber Telearbeit kaum geeignet ist, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen, dann muss das auch gesagt werden. Manchmal führen gutgemeinte Ideen eben nicht zum erwünschten Ziel. Deshalb ist es wichtig, dass alle Projekte ausgewertet,Vor- und Nachteile abgewogen, Fehlschläge erkannt und neue Lösungen gesucht werden. Der DGB will diesen Lernprozess konstruktiv unterstützen.

„Ohne uns geht gar nichts" – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestalten mit

Aus Sicht des DGB kommt dem „Handlungsfeld Personal" dabei eine herausragende Bedeutung zu. Alle Veränderungsprozesse werden nur mit qualifizierten und motivierten Beschäftigten erfolgreich gestaltet werden können. Deshalb müssen sie von Anfang an in die Planungen einbezogen werden. Sie müssen regelmäßig informiert, ihre Erfahrungen erfasst und ausgewertet, ihre Bedürfnisse erfragt, ihre Kenntnisse berücksichtigt und ihre Anregungen ernst genommen werden. Die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten ist ein  Anliegen, das der DGB nicht aus den Augen verlieren wird.

Führungskräfte sind am Zug

Ob es gelingt, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesverwaltung von der Notwendigkeit erneuter Modernisierungsmaßnahmen zu überzeugen, wird – einmal mehr – entscheidend von der Fähigkeit der Führungskräfte abhängen. Führungskräfte müssen informieren, motivieren, mitreißen. Nicht nur in den Intranets der Behörden, sondern vor allem durch persönliche Gespräche mit den Betroffenen.  Transparenz durch umfassende Informationen tut auch an der Schnittstelle Verwaltung- Bürger/innen not. Es ist oft eine schwierige Gratwanderung zwischen einem erträglichen Maß an bürokratischem Aufwand und verlässlichem Verwaltungshandeln mit einem hohen Grad an Rechtssicherheit.

Mehr Informationen:

Weitere Informationen: www.verwaltung-innovativ.de

Quelle: Beamten-Magazin, Ausgabe 04/2007

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